El Capitolio: Ein Besuch in Havannas Wahrzeichen
Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem der beeindruckendsten Bauwerke Kubas. Die majestätische Kuppel ragt 92 Meter hoch in den Himmel und prägt die Skyline der Hauptstadt seit fast einem Jahrhundert. Dieses architektonische Meisterwerk ist ein Symbol für Havannas reiche Geschichte.
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Das Gebäude entstand zwischen 1926 und 1929 in einer bemerkenswert kurzen Bauzeit. Über 5000 Arbeiter waren drei Jahre lang beschäftigt, um dieses Monument zu errichten. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 17 Millionen US-Dollar – eine enorme Summe für die damalige Zeit.
Bis 1959 diente der Prachtbau als Sitz der kubanischen Legislative. Seine strategische Lage am südlichen Ende des Paseo del Prado macht ihn zum Herzstück von Centro Habana. Die Dimensionen sind gewaltig: 207 Meter Länge und 91 Meter Breite.
Nach einer achtjährigen Renovierung öffnete das Wahrzeichen im März 2018 wieder seine Türen. Sogar ein deutsches Unternehmen war an der Fassadenrestaurierung beteiligt. Seit 2013 hat das Gebäude eine neue politische Bedeutung als Sitz der Nationalversammlung.
Schlüsselerkenntnisse
- Das Bauwerk wurde zwischen 1926 und 1929 errichtet und dominiert mit seiner 92 Meter hohen Kuppel die Skyline Havannas
- Es diente bis 1959 als Sitz der Legislative und befindet sich am Paseo del Prado im Stadtbezirk Centro Habana
- Über 5000 Arbeiter waren drei Jahre lang mit dem Bau beschäftigt, der etwa 17 Millionen US-Dollar kostete
- Nach achtjähriger Renovierung wurde das Gebäude im März 2018 wieder für Besucher geöffnet
- Seit 2013 fungiert es als Sitz der kubanischen Nationalversammlung und hat damit neue politische Bedeutung
- Die architektonische Pracht und historische Bedeutung machen es zu einem Muss für jeden Havanna-Besucher
Geschichte und Restaurierung im Wandel der Zeiten
Die Geschichte dieses monumentalen Bauwerks beginnt bereits 1912 mit ersten Planungen als Regierungssitz. Über ein Jahrhundert hinweg erlebte es politische Umbrüche und architektonische Veränderungen.
Ursprung, Bauphase und politische Hintergründe
Die ursprüngliche Planung sah das Gebäude als Regierungssitz vor. Unter Präsident Gerardo Machado begann der Bau im April 1926. Über 5000 Arbeiter waren an diesem Projekt beteiligt.
Die kubanischen Architekten Raúl Otero und Eugenio Rayneri Piedra leiteten die Bauarbeiten. Die amerikanische Firma Purdy and Henderson führte die Bauaufsicht. Die Einweihung fand am 20. Mai 1929 statt.
Das Parlament bezog den Bau erst zwei Jahre später im Jahr 1931. Nach Machados Sturz 1933 entfernte die Bevölkerung alle Hinweise auf den Diktator. Selbst seine Porträts auf den Bronzetoren wurden unkenntlich gemacht.
Renovierungen und Wiedereröffnung 2018
2010 begann eine umfassende Renovierung des Gebäudes. Ein deutsches Unternehmen übernahm die anspruchsvolle Fassadenrestaurierung. Diese internationale Zusammenarbeit unterstrich die Bedeutung des Projekts.
Präsident Raúl Castro kündigte 2013 an, dass die Nationalversammlung hier ihren Sitz nehmen würde. Im November 2016 weihte Esteban Lazo das Gebäude in seiner neuen Funktion ein. Der Empfang des vietnamesischen Staatspräsidenten markierte diesen wichtigen Moment.
Nach achtjähriger Renovierung öffnete das Bauwerk im März 2018 wieder für Besucher. Die finalen Arbeiten dauerten bis zum 500. Stadtjubiläum im November 2019. Die Kuppelrestaurierung im August 2019 bildete den Abschluss.
| Jahr | Ereignis | Bedeutung | Beteiligte |
|---|---|---|---|
| 1912 | Erste Planungen | Konzeption als Regierungssitz | Kubanische Regierung |
| 1926-1929 | Bauphase | Errichtung des Monumentalbaus | Otero, Piedra, Purdy & Henderson |
| 2010-2018 | Großrenovierung | Umfassende Restaurierung | Deutsches Unternehmen, kubanische Fachkräfte |
| 2018 | Wiedereröffnung | Zugänglich für Besucher | Nationalversammlung, Tourismusbehörde |
Architektonische Meisterleistung und künstlerische Highlights
Die architektonische Pracht des Gebäudes offenbart sich bereits beim ersten Blick auf die monumentale Haupttreppe. Dieser Bau vereint klassische Eleganz mit kubanischer Identität.
Klassizistische Einflüsse und bauliche Besonderheiten
Das Bauwerk zeigt starke klassizistische Züge. Es erinnert an europäische Vorbilder wie das Panthéon in Paris. Die gewaltige Kuppel war bei ihrer Fertigstellung die dritthöchste der Welt.
Technisch besonders ist ihre Konstruktion um einen US-amerikanischen Stahlrahmen. Die Positionierung nach vorne schafft Raum für die Apsis. Die Haupttreppe La Escalinata beeindruckt mit 56 Stufen auf 36 Metern Breite.
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Die Statue der Republik und das Werk von Angelo Zanelli
Zwei monumentale Statuen des italienischen Künstlers Angelo Zanelli flankieren den Aufstieg. Sie symbolisieren „Die Arbeit“ und „Die Schutztugend“. Jede misst 6,5 Meter Höhe.
Unter der Kuppel thront Zanellis Meisterwerk: die Statue der Republik. Die 49 Tonnen schwere Bronzefigur ist mit 22-karätigem Gold überzogen. Mit 17,54 Metern Gesamthöhe war sie einst die zweithöchste überdachte Statue weltweit.
Als Modell diente Lily Válty aus Havanna. Angelo Zanelli goss die Statue in Rom in drei Teilen. In Kuba wurde sie dann zusammengesetzt.
Im Boden markiert ein Diamant-Replikat den Kilometer Null des Landes. Die originalen Bronzetore zeigen Kubas Geschichte in Reliefs.
El Capitolio: Ein kulturelles und politisches Symbol
Die politische Seele Kubas schlägt in den Marmorfluren dieses historischen Bauwerks. Seine Funktionen spiegeln den Wandel der Nation wider.
Bedeutung im politischen Kontext Kubas
Von 1929 bis 1959 beherbergte das Gebäude die kubanische Legislative. Zwei halbkreisförmige Kammern dienten Parlament und Abgeordnetenkammer.
Nach der Revolution 1959 verlor es diese Rolle. 2013 kündigte Präsident Raúl Castro die Rückkehr an. Die Nationalversammlung der Volksmacht nutzt es heute als Sitz.
Die offizielle Einweihung fand im November 2016 statt. Esteban Lazo empfing dort den vietnamesischen Staatspräsidenten.
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Touristische Attraktionen, Innenausstattung und Legenden
Die Konferenzsäle tragen Namen bedeutender Orte und Persönlichkeiten. Baire, Baraguá, Yara und Jimaguayú erinnern an den Unabhängigkeitskampf. José Martí und Simón Bolívar ehren Nationalhelden.
| Saalname | Bedeutung | Historischer Bezug |
|---|---|---|
| Baire | Unabhängigkeitskrieg | Ort des Beginns 1868 |
| Baraguá | Widerstandssymbol | Protest gegen Kapitulation |
| José Martí | Nationaldichter | Geistiger Vater der Revolution |
Der berühmte Diamant im Boden markiert den Kilometer Null der Zentralautobahn. Frühere Tourismusbroschüren schrieben ihm magische Kräfte zu. Er sollte Kranke heilen und Glück bringen.
1946 wurde der Diamant gestohlen. Die Diebe hinterließen eine rätselhafte Notiz. Sie benötigten nur 30 Minuten für den Diebstahl.
„2:45 bis 3:15 – 25 Karat“
Die Innenräume beeindrucken mit verschiedensten Lampentypen. Eingelegte Marmorböden und vergoldete Elemente schmücken das Gebäude. Der Salón de Pasos Perdidos bietet besondere Akustik.
El Capitolio bleibt damit ein lebendiges Symbol kubanischer Geschichte.
Fazit
Als Besucher erleben Sie in diesem Monument die Essenz kubanischer Kultur und Politik. Ihre Reise durch die Jahrzehnte, von den Planungen 1912 bis zur aufwendigen Restaurierung, zeigt ein Bauwerk, das alle politischen Veränderungen überdauert hat.
Die architektonische Meisterleistung verbindet klassische Eleganz mit einzigartigen künstlerischen Schätzen. Die Statuen von Angelo Zanelli und die Legende um den Diamanten verleihen dem Ort eine mythische Dimension.
Heute ist El Capitolio wieder ein lebendiges Nationalsymbol. Es dient als Sitz der Nationalversammlung und zieht zugleich Besucher aus aller Welt an.
Ein Besuch in Havanna ist ohne diese Erfahrung unvollständig. Sie sehen nun nicht nur ein Gebäude, sondern das Zeugnis von Kubas Geschichte und Stolz. Planen Sie Ihren Besuch in diesem einzigartigen Wahrzeichen.